Drei oder fünf Minuten Tee?

„Anregend drei Minuten, beruhigend fünf Minuten“, heißt es oft. Als Grund dafür wird angegeben, das Coffein löse sich schnell aus den Blättern, die Gerbstoffe dagegen nur langsam. Zieht ein Tee nur drei Minuten, so ist ein Großteil des Coffeins schon im Getränk gelöst; jedoch sind in dieser kurzen Zeit erst wenig Gerbstoffe im Tee. Bei einem Fünf-Minuten-Tee ist noch mehr Coffein gelöst, vor allem aber enthält der Tee viel mehr Gerbstoffe. Weit verbreitet ist die Annahme, dass die Gerbstoffe zunächst einen Teil von dem Coffein binden und es dann erst langsam im Körper wieder freigeben. Ob das wirklich so ist, darüber streiten sich die Experten. Fest steht allerdings, dass die Formel: „Anregend drei Minuten, beruhigend fünf Minuten“ nicht stimmt. Ein Fünf-Minuten- Tee kann nicht müde machen, sondern höchstens weniger anregen als ein Drei-Minuten-Tee. Denn Coffein ist auf jeden Fall im Tee, und das macht auf keinen Fall müde – im Gegenteil. Die Gerbstoffe eines Fünf-Minuten- Tees wirken allerdings leicht antibakteriell, beruhigen also im weitesten Sinne den Magen- und Darmtrakt – zum Beispiel bei Durchfallerkrankungen.

Die Blätter haben eine natürliche Tendenz sofort mir dem Sauerstoff der Luft zu reagieren, der natürliche Vorgang der Fermentation wird also bewusst unterstützt. Die hierbei stattfindenden Oxidationsprozesse rufen blatteigene Enzyme auf den Plan, die sich nun frei entfalten können. In ihrer Reaktion mir dem Sauerstoff ähneln die Teeblätter Metallen, die dem so genannten Rostfraß zum Opfer fallen: Auch sie verfärben sich bein Oxidieren Kupferrot. Die Fermentation ist ein Gärungsvorgang, bei der der Schwarze Tee sein typisches Aroma und seine Farbe entwickelt. Diese Fermentation, die etwa 3 Stunden dauert, bedeutet jedoch keinen Verlust der wertvollen Inhaltsstoffe.